Drucker Robotron 1152

W/2012/11/00006

Diese Drucker wurden für den professionellen Einsatz entwickelt. Sie zeichneten sich durch eine exzellentes Schriftbild und eine gute Erweiterbarkeit aus. Nachteilig war die eher geringe Druckgeschwindigkeit. Wurden größere Geschwindigkeiten gefordert, hat man stattdessen die Nadeldrucker der SD1x-Serie eingesetzt. Technisch funktioniert ein Typenraddrucker so, dass die Buchstaben als geprägte Symbole auf einem elastischen, strahlenförmigen Rad angeordnet sind. Mit einem Schrittmotor wird der gewünschte Buchstabe nach oben gedreht. Ein hinter dem Typenrad befindlicher Elektromagnet schlägt anschließend mit einem Stößel den betreffenden Buchstaben durch das Farbband auf das Papier. Die Schriftart wurde durch die Auswahl des jeweiligen Typenrades festgelegt, konnte also während des Druckes nicht geändert werden. Robotron produzierte allerdings ein umfangreiches Sortiment von Typenrädern (über 100 verschiedene). Die verbreitetsten Schriftarten waren \\\\\\\"Pica\\\\\\\", \\\\\\\"Kristall Elite\\\\\\\", \\\\\\\"Rustika\\\\\\\" und \\\\\\\"OCR-B\\\\\\\". Alle Drucker der SD1152-Serie wurden im Büromaschinenwerk Sömmerda zwischen 1980 und 1989 entwickelt und gefertigt. Die Gesamtstückzahl belief sich auf 86484 produzierte Geräte. Die Entwicklung des SD1152 zielte ursprünglich zur Umgehung von Patenten bei den Typenrädern auf die Verwendung eines Typenkorbes mit innenliegenden Druckmagneten. Die Zeichen sollten auf zwei Ebenen angeordnet werden, durch Heben/Senken des Typenkorbes sollte eine Umschaltung zwischen zwischen Groß- und Kleinbuchstaben erfolgen. Diese Funktion barg aber technische Probleme, so dass dann doch das Typenradprinzip favorisiert wurde. Enthielt ein Typenrad keine deutschen Umlaute, halfen sich findige Anwender durch Veränderung des Druckertreibers mit einem Trick: Um ein Ü zu erzeugen, druckte man ein U, positionierten den Druckkopf ein Zeichen zurück und setzte Anführungszeichen (\\\\\\\") darüber. Wie alle Typenraddrucker waren die SD1152 nicht grafikfähig. Einige Programmierer kamen daher auf die Idee, die Grafiken aus Buchstaben zusammenzusetzen (ASCII-Art). Aus größerer Entfernung betrachtet, wirkten diese Bilder sogar recht realistisch. Über spezielle Ausgabeprogramme konnte aber auch eine echte grafische Ausgabe erreicht werden: Man benutzte dazu ausschließlich das Punkt-Zeichen auf dem Typenrad (das dann als eine Art 1-Nadel-Drucker arbeitete und per Mikroschrittbefehlen positioniert wurde), was allerdings fürchterlich lange dauerte. Die Folge war außerdem, dass nach solchen Aktionen das Punkt-Zeichen auf den Typenrädern vollkommen abgenutzt war. Als Papierarten konnten für die Typenraddrucker randgelochtes Endlospapier (Leporello), Endlospapier von der Rolle und Einzelblätter benutzt werden. Über einen Spezialeinzug war auch die Bedruckung von Sparbüchern im Sparkassen-Umfeld möglich. Die SD1152-Drucker wurden meist als Auftischgeräte an K1520-Rechnern (wie dem A5120 und dem K8924), an K1600-Rechnern sowie als Einbaugeräte in den Computern A5110 und dem A5130 benutzt. An einigen Stellen in der Literatur werden die SD1152-Drucker unter der Bezeichnung \\\\\\\"SD1\\\\\\\" geführt. Im Gegensatz zu vielen Nadeldruckern drucken die Robotron-Typenraddrucker nicht nur zeilenweise, sondern bei Bedarf auch zeichenweise (jedes Zeichen wurde sofort verarbeitet). Damit war es möglich, die Typenraddrucker auch als Schreibmaschine zum Ausfüllen vorgedruckter Formulare zu benutzen. Man konnte also bei jedem Zeichen sofort sehen, ob der Druckkopf richtig positioniert war. Technische Verwandte der Typenraddrucker waren die Typenrad-Schreibmaschinen: Einige davon hatten ein sogar ein Rechnerinterface und konnten so auch als Drucker-Ersatz genutzt werden, wobei die Druckgeschwindigkeit wesentlich hinter der der echten Typenraddrucker lag.

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